Ibind

Ortsteil Ibind
Die Endsilben „winden“ weisen darauf hin, daß die ältesten Siedler Wenden - Winden waren. So erklärt sich der Ortsname als zusammengesetzt aus dem Personennamen Immo und dem Stammesnamen der Winden oder Wenden, also ,,bei den Winden des Immo“.
Wie bei Gemeinfeld und Birkach finden wir auch für Ibind die erste urkundliche Erwähnung bei der Übergabe der Besitzungen der Edlen von Rauheneck an das Hochstift Würzburg am 12. Juni 1231. Faktisch scheint aber Ibind in dem Amtsbereich des evangelischen Pfarrers von Burgpreppach einbezogen gewesen zu sein, denn auch in den ältesten Urkunden im Archiv der evangelischen Pfarrei Burgpreppach werden die Einwohner von Ibind als Pfarrangehörige geführt. Dies hat sich bis zum heutigen Tag nicht geändert. Lediglich die katholischen Einwohner von Ibind bilden nach der Errichtung der Schloßkuratie zu Burgpreppach im Jahre 1732 mit den dortigen Katholiken eine Kirchengemeinde; auch dies bis zum heutigen Tag.
Besonders erwähnenswert ist das sehr schöne Rathaus mit Fachwerk und Dachreiter und einige im Dorf stehende sehr schöne Fachwerkhöfe.

Der Ort Ibind zählt 191 Einwohner im Jahr 2014.

Homepage zum Ort: www.ibind.de

Leuzendorf

Ortsteil Leuzendorf
Die erste urkundliche Erwähnung von Leuzendorf stammt aus dem Jahre 1233, wonach ein Heinrich von Haßfurt auf zwei Huben in Loozendorf (Leuzendorf) verzichtet.
Die zweite verläßliche, urkundliche Erwähnung erfolgte 80 Jahre später, vermerkt im ersten Lehenbuches des Hochstifts Würzburg. Leuzendorf gehörte zum Gesamtgut Burgpreppach, Ibind und Hohnhausen, das um 1340 von dem Ritter Theodorich Flieger an den Ritter Otto Fuchs verkauft worden ist. 1345 erhält dieser Ritter Otto Fuchs den Zehnten zu Leuzendorf als Lehen des Hochstifts Würzburg. Auch in der Folgezeit werden immer wieder Mitglieder der adeligen Familie Fuchs zu Burgpreppach mit den Zehnten zu Leuzendorf vom Hochstift Würzburg belehnt, wie die im fuchsischen Archiv zu Burgpreppach noch vorhandenen Lehenbriefe ausweisen.
Sein Enkel Christoph hat das Rittergut in Leuzendorf im Jahre 1536 an die Gebrüder Sigmund und Paulus Fuchs zu Burgpreppach verkauft. Diese beiden Brüder starben ohne männlichen Nachfolger. Der Ritter Sigmund Fuchs hatte jedoch aus seiner Ehe mit Anna von Hutten zu Birkenfeld acht Töchter. Als er 1545 starb, haben sich seine Verwandten und Lehensnachfolger aus den anderen fuchsischen Linien zu Eltmann und Schweinshaupten mit seiner Witwe dahin geeinigt, daß Leuzendorf ihr und ihren Töchtern als Sohn- und Töchterlehen überlassen wurde. Einer dieser Töchter gelang es auch die restlichen Besitzanteile zu Leuzendorf im Jahre 1592 käuflich zu erwerben. Von da an war das Rittergut zu Leuzendorf im alleinigen Besitz der Ritter von Erthal, die bald darauf zu Leuzendorf auch eine eigene Linie begründeten.
Die Ritter von Erthal waren wie die Fuchs zu Burgpreppach und die übrigen Ritterfamilien des Ritterkantons Baunach 1563 geschlossen zur lutherischen Lehre übergetreten und haben in ihren Dörfern evangelische Pfarrer angestellt. Eine Änderung in den kirchlichen Verhältnissen von Leuzendorf trat erst ein, als der letzte evangelische Vertreter der Erthal Daniel Christian von Erthal zu Leuzendorf im Jahre 1688 als Obristwachtmeister im Türkenkrieg fiel und seine sechs Kinder, vor allem seine hinterbliebenen Söhne, vom Fürstbischof Johann Gottfried von Guttenbcrg (1684 - 1698) in Würzburg besonders gefördert und in der katholischen Lehre erzogen wurden. Besondere Bedeutung für Leuzendorf gewann das zweite Kind Dietrich Carl. Dietrich Carl war erst 10 Jahre alt, als ihn sein väterlicher Gönner zum Studium an das Germanicum in Rom schickte. Nach Beendigung seiner Studien war Dietrich Car1 im Militär- und Verwaltungsdienst des Hochstifts Würzburg tätig. 1719 wurde er Domkapitular und 1739 zum Priester geweiht. Seine Primiz hielt er in Fährbrück.
Für seine Gemeinde Leuzendorf erließ der erfahrene Verwaltungsjurist 1730 eine vorbildliche Dorfordnung, die das Dorfleben und die Beziehung der einzelnen Gemeindemitglieder zueinander und zur Gemeinde bis ins einzelne regelte. Zwei Jahre später; 1732, ließ er das Kirchlein in Leuzendorf erbauen, das nach Fertigstellung am 14. April 1735 feierlich eingeweiht wurde. Das Gotteshaus ist im Stil des fränkischen Frührokoko erbaut und hat einen Hochaltar, zwei Seitenaltäre und eine Kanzel. Sämtliche Bänke zieren kunstvolle Schnitzarbeiten. An Stelle eines Turmes hat das Kirchlein einen Dachreiter mit zwei kleinen Glocken. Patron der Kirche ist der Erzengel Michael.
Für die beiden Brüder Carl Friedrich und Georg Philipp Valentin sind in der Kirche zu Leuzendorf zwei Epitaphe angebracht, die aus der Werkstätte des berühmten Würzburger Hofbildhauers Johann Peter Wagner stammen.

Diese Linie der Erthal starb 1780 im Mannesstamm aus. Die Kirche St. Michael zu Leuzendorf ist wohl eine der schönsten und im Urzustand erhaltenen Kirchen in unserem Landkreis und ist immer eines Besuches wert.1805 kam der Besitz an die Freiherrn von Schrottenberg. Diese verkauften 1854 das Schloß und die Schmiede. Seit dieser Zeit befindet es sich in Privatbesitz.

Der Ort Leuzendorf zählt 138 Einwohner im Jahr 2008.

Ueschersdorf


Ortsteil Ueschersdorf
Die älteste Urkunde von 1321 nennt „Eusirdorf" in Zusammenhang mit der Belehnung der Brüder Aplo, Theino und Hugelinus von Lichtenstein mit dem Burggut Altenstein. Nach Schmiedel leitet sich der Name „Ueschersdorf“ von dem mittelhochdeutschen Wort ,,nuescher“, von Spange oder Trog ab und erklärt den Namen als „Dorf eines Spangen- oder Trogmachen“.
Auch in der Folgezeit werden die Ritter von Lichtenstein wiederholt mit dem Zehnt oder doch mit Anteilen am Zehnt in Ueschersdorf belehnt. 1610 erhalten die von Rotenhan den Zehnt in Ueschersdorf.
Im Dreißigjährigen Krieg hat Ueschersdorf sehr gelitten. Nach dem Bericht des Ritters Hans
Christoph Truchseß von Wetzhausen vom 03.12.1632 haben die Kaiserlichen – 600 Mann stark - von Ebern herkommend Burgpreppach, Ditterswind, „Üschdorf“ und Erlsdorf geplündert, Burgpreppach und ,,Üschdorf" in Brand gesteckt und sämtliches Vieh nach Haßfurt weggetrieben.
Im Jahre 1394 verkaufte der pommersche Herzog Swatibor das ehemalige hennebergische Amt Königsberg an das Fürstbistum Würzburg, das es dann an wieder dem Landgrafen von Thüringen veräußerte. 1704 verkauft der damalige Landesherr von Königsberg, der Herzog von Hildburghausen seinen Zehntanteil an das Hochstift Würzburg. Hiervon betroffen war auch Ueschersdorf, das damit aus dem Zehnt Königsberg ausschied und dem alten Zehnt Wettringen zugeteilt wurde.
Nach der Säkularisation 1803 teilte auch Ueschersdoff das Schicksal unserer Gegend. 1807 erwarb der Großherzog Ferdinand von Toskana von dem Herzog von Sachsen - Hildburghausen die vollen Hoheitsrechte über Ueschersdoff. 1814 kam Ueschersdorf wie alle benachbarten Orte an Bayern.
Kirchlich gehört Ueschersdorf zur evangelischen Pfarrei Ditterswind; die wenigen Katholiken des Ortes gehören zur katholischen Pfarrei Gemeinfeld und werden jetzt von dem katholischen Pfarrer in Burgpreppach betreut.
Der Turm der evangelischen Kirche in Ueschersdorf ist 1601 erbaut worden; er ist zweigeschossig, hat quadratische Form und ein spitzbogiges Helmdach nach gotischern Stil. Unter der Glockenstube laufen rings um das Mauerwerk Gurtgesimse. Die Klangöffnungen sind rundbogig und profiliert. Die Jahreszahl 1603 ist am Turm zu lesen. Das Langhaus der Kirche wurde 1866 neu gebaut.

Der Ort Ueschersdorf zählt 89 Einwohner im Jahr 2008.

Ortsteil Burgpreppach

Ortsteil Burgpreppach
Der frühere Name war „Breitbach“, und die genaue Gründungszeit nicht bekannt. Sicher ist, daß die Ritterfamilie der Flieger ("Flyger") aus Haßfurt zwischen 1258 und 1267 mehrmals urkundlich als Besitzer bezeugt ist. 1340 verkaufte dann ein Ritter Theoderich Flieger Breitbach an den Ritter Otto Fuchs von Suntheim. So kam die Familie Fuchs nach Burgpreppach. 1557 erhielten die Fuchs die hohe und niedere Gerichtsbarkeit durch Kaiser Ferdinand I. (1558-1564). Kaiser Karl VI: (1711-1740) verlieh mit Urkunde vom 10. Oktober 1713 das von Ferdinand verliehene Privileg erneut. Bauherr des Schlosses war Reichsfreiherr Johann Philipp Fuchs von Bimbach und Dornheim zu Burgpreppach. Der Neubau zog sich von 1716-1724/25 hin. Architekt war wahrscheinlich Joseph von Greising. Nach dessen Tod übernahm Balthasar Neumann, der nachweislich in Burgpreppach war, die Bauaufsicht. Das Schloß ist in seinem Innenausbau nie fertig geworden, da der Siebenjährige Krieg, die Napoleonischen Kriege und die Mediatisierung des Hochstifts Würzburg große wirtschaftliche Einbußen für die Schloßherrschaft brachten. Auf Befehl Napoleons verloren 1806 die Reichsritterschaft ihre Reichsunmittelbarkeit. So löste sich auch 1807 der Ritterkanton Baunach auf. Am 1. Januar 1806 wurde Bayern Königreich.
Reichsfreiherr Ludwig Reinhold Fuchs von Bimbach und Dornheim war der letzte evangelische Fuchs, der am 1. August 1704 in der ev. Kirche von Burgpreppach beigesetzt wurde. Sein Sohn war dann der Erbauer des Schlosses. Er tat zum katholischen Glauben über und ließ für die Familie und die Beamten die Schloßkapelle erbauen und legte so den katholischen Schloßbezirk und damit die Grundlage für die heutige katholische Gemeinde fest. 1585 wurde die evangelische Kirche gegen den Willen des Würzburger Fürstbischofs erbaut und 1734 ihr Langhaus erneuert. Die katholische Kirche wurde 1934 erbaut und am 19. Mai 1935 geweiht.

Der Ort Burgpreppach zählt 496 Einwohner im Jahr 2008.

Zusätzliche Informationen