Chronik zu Burgpreppach

 

Burgpreppach liegt 10 km östlich von Hofheim in einem idyllischen Seitental der Baunach. Im 8. Jahrhundert ist der Ort im Besitz der Grafen von Henneberg. Im Jahr 1340 wurde Burgpreppach durch die Freiherrn Fuchs von Haßfurt käuflich erworben. Nach Aussterben der Haßfurter Linie kommen Schloß und Ort im Jahr 1548 in den Besitz der Freiherrn Fuchs von Schweinshaupten und damit zur Familie Fuchs von Bimbach und Dornheim. Im Jahr 1699 wurde Burgpreppach durch den Würzburger Bischof zum Markt erhoben.
Eine der monumentalsten Anlagen im Haßberggebiet ist das Schloß, 1726 auf dem Gelände eines alten turmähnlichen Wasserschlosses erbaut. Architektonisch steht es in einer Linie mit den spätbarocken Bauten Johann Dientzenhofers in Bamberg. Man betritt das Hauptgebäude durch ein prächtiges Säulenportal. Eine breite Podesttreppe mit Balustergelände führt in das Obergeschoß.
Bedeutend ist auch das Dorfensemble von Landschloß und Rokokokirche im Gemeindeteil Leuzendorf. Das Schloß wurde im 16. Jahrhundert als Wasserschloß erbaut und war lange Zeit im Besitz der Familie von Erthal, die es um 1750 barock verändern ließ. Die prächtige Innenausstattung des reizenden Rokoko-Kirchleins stammt von Thomas Wagner, die holzgeschnitzten Erthal-Epitaphien wurden von den Bamberger Schnitzermeistern Bonaventura und Martin Mutschele gefertigt.
Die Pläne der kath. Pfarrkirche Mariä Geburt im Gemeindeteil Gemeinfeld stammen aus dem Büro des bedeutenden Baumeisters Balthasar Neumann (1687-1753).
Ansiedlung jüdischer Bürger
Bereits nach dem Ende des 30-jährigen Krieges wurden vom tatkräftigen Ritterhauptmann Eitel Heinrich Fuchs von Bimbach zu Burgpreppach und Schweinshaupten hier und in Schweinshaupten bereits die ersten Juden angesiedelt. Seinerzeit war das kleine Gebiet der Herrschaft Fuchs durch die vielen Plünderungen und Zerstörungen, die die durchziehenden Kriegsvölker angerichtet hatten, wirtschaftlich völlig ausgeblutet. Was lag für den Dorfherren näher, neben seinen Untertanen, die sich in die Wälder verlaufen hatten und mühsam wieder zusammengeholt werden mussten, neue Einwohner anzusiedeln. Und da bot es sich von selbst an, die Juden, die im Hochstift Würzburg von den Bischöfen wiederholt ausgewiesen worden waren, als sogenannte Schutzjuden aufzunehmen und hier ansässig zu machen. Die Juden waren dafür bekannt, dass sie durch besonderen Fleiß es bald zu Vermögen brachten und Handel und Wandel förderten. Dass die Erwartungen der Dorfherrschaft von den Juden nicht enttäuscht wurden, zeigt die Entwicklung von Burgpreppach zu einem Wirtschaftszentrum für die ganze Umgebung in der damaligen Zeit.

Im Pfarrbericht von 1806 ist vermerkt, dass in Burgpreppach neben 43 evangelischen und 26 katholischen bereits 48 jüdische Familien in Burgpreppach wohnten. Das Verhältnis zwischen Juden und Christen im Ort war durchweg gut, nicht zuletzt auch deswegen, weil viele Christen, vor allem Handwerker und Landwirte sowie auch Taglöhner bei den Juden zusätzlich Arbeit und Verdienst fanden.
Das Zusammenleben verschlechterte sich aber zunehmend, als Ende der zwanziger Jahre die Rassenpropaganda der Nationalsozialisten eine wahre Hetze gegen die Juden entfesselte. Viele jüdische Bürger zogen die für sie richtige Konsequenz, verkauften ihren Grundbesitz und wanderten aus. Von den zurückgebliebenen alten und ärmeren Juden wurden nach Ausbruch des Krieges 1939/1940 23 Personen zwangsverschickt, in Konzentrationslager verschleppt und dort umgebracht.

In Burgpreppach befindet sich auch ein Judenfriedhof, den die Dorfherren Fuchs bereits im Jahre 1708 den Juden eingeräumt hatten.

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