Leuzendorf

Ortsteil Leuzendorf
Die erste urkundliche Erwähnung von Leuzendorf stammt aus dem Jahre 1233, wonach ein Heinrich von Haßfurt auf zwei Huben in Loozendorf (Leuzendorf) verzichtet.
Die zweite verläßliche, urkundliche Erwähnung erfolgte 80 Jahre später, vermerkt im ersten Lehenbuches des Hochstifts Würzburg. Leuzendorf gehörte zum Gesamtgut Burgpreppach, Ibind und Hohnhausen, das um 1340 von dem Ritter Theodorich Flieger an den Ritter Otto Fuchs verkauft worden ist. 1345 erhält dieser Ritter Otto Fuchs den Zehnten zu Leuzendorf als Lehen des Hochstifts Würzburg. Auch in der Folgezeit werden immer wieder Mitglieder der adeligen Familie Fuchs zu Burgpreppach mit den Zehnten zu Leuzendorf vom Hochstift Würzburg belehnt, wie die im fuchsischen Archiv zu Burgpreppach noch vorhandenen Lehenbriefe ausweisen.
Sein Enkel Christoph hat das Rittergut in Leuzendorf im Jahre 1536 an die Gebrüder Sigmund und Paulus Fuchs zu Burgpreppach verkauft. Diese beiden Brüder starben ohne männlichen Nachfolger. Der Ritter Sigmund Fuchs hatte jedoch aus seiner Ehe mit Anna von Hutten zu Birkenfeld acht Töchter. Als er 1545 starb, haben sich seine Verwandten und Lehensnachfolger aus den anderen fuchsischen Linien zu Eltmann und Schweinshaupten mit seiner Witwe dahin geeinigt, daß Leuzendorf ihr und ihren Töchtern als Sohn- und Töchterlehen überlassen wurde. Einer dieser Töchter gelang es auch die restlichen Besitzanteile zu Leuzendorf im Jahre 1592 käuflich zu erwerben. Von da an war das Rittergut zu Leuzendorf im alleinigen Besitz der Ritter von Erthal, die bald darauf zu Leuzendorf auch eine eigene Linie begründeten.
Die Ritter von Erthal waren wie die Fuchs zu Burgpreppach und die übrigen Ritterfamilien des Ritterkantons Baunach 1563 geschlossen zur lutherischen Lehre übergetreten und haben in ihren Dörfern evangelische Pfarrer angestellt. Eine Änderung in den kirchlichen Verhältnissen von Leuzendorf trat erst ein, als der letzte evangelische Vertreter der Erthal Daniel Christian von Erthal zu Leuzendorf im Jahre 1688 als Obristwachtmeister im Türkenkrieg fiel und seine sechs Kinder, vor allem seine hinterbliebenen Söhne, vom Fürstbischof Johann Gottfried von Guttenbcrg (1684 - 1698) in Würzburg besonders gefördert und in der katholischen Lehre erzogen wurden. Besondere Bedeutung für Leuzendorf gewann das zweite Kind Dietrich Carl. Dietrich Carl war erst 10 Jahre alt, als ihn sein väterlicher Gönner zum Studium an das Germanicum in Rom schickte. Nach Beendigung seiner Studien war Dietrich Car1 im Militär- und Verwaltungsdienst des Hochstifts Würzburg tätig. 1719 wurde er Domkapitular und 1739 zum Priester geweiht. Seine Primiz hielt er in Fährbrück.
Für seine Gemeinde Leuzendorf erließ der erfahrene Verwaltungsjurist 1730 eine vorbildliche Dorfordnung, die das Dorfleben und die Beziehung der einzelnen Gemeindemitglieder zueinander und zur Gemeinde bis ins einzelne regelte. Zwei Jahre später; 1732, ließ er das Kirchlein in Leuzendorf erbauen, das nach Fertigstellung am 14. April 1735 feierlich eingeweiht wurde. Das Gotteshaus ist im Stil des fränkischen Frührokoko erbaut und hat einen Hochaltar, zwei Seitenaltäre und eine Kanzel. Sämtliche Bänke zieren kunstvolle Schnitzarbeiten. An Stelle eines Turmes hat das Kirchlein einen Dachreiter mit zwei kleinen Glocken. Patron der Kirche ist der Erzengel Michael.
Für die beiden Brüder Carl Friedrich und Georg Philipp Valentin sind in der Kirche zu Leuzendorf zwei Epitaphe angebracht, die aus der Werkstätte des berühmten Würzburger Hofbildhauers Johann Peter Wagner stammen.

Diese Linie der Erthal starb 1780 im Mannesstamm aus. Die Kirche St. Michael zu Leuzendorf ist wohl eine der schönsten und im Urzustand erhaltenen Kirchen in unserem Landkreis und ist immer eines Besuches wert.1805 kam der Besitz an die Freiherrn von Schrottenberg. Diese verkauften 1854 das Schloß und die Schmiede. Seit dieser Zeit befindet es sich in Privatbesitz.

Der Ort Leuzendorf zählt 138 Einwohner im Jahr 2008.

Zusätzliche Informationen